Aufbruch Stuttgart e. V. – die unabhängige Bürgerbewegung für die Stadt der Zukunft – für eine Stadt, von der wir träumen.

LEBHAFTE RESONANZ AUF WORKSHOP-ERGEBNISSE ZUM KULTURQUARTIER

Mehr als 600 Besucher bei Informationsabend – Ausstellung im Stadtpalais Kritik an geplanter Opernsanierung

Die Ideen und neuen Perspektiven für die Zukunft des Kulturquartiers im Zentrum Stuttgarts stoßen in Öffentlichkeit und Politik auf lebhaftes Interesse. Bei einem Informationsabend im Hospitalhof stellten jetzt Arno Lederer und Wieland Backes aus dem Vorstand von AUFBRUCH STUTTGART im vollbesetzten großen Saal des Hospitalhofes die Ergebnisse eines höchst ertragreichen Wochenendes vor.

Auf Einladung der Initiative waren fünf Architekturbüros mit internationalem Renommee in das Stuttgarter Haus der Architekten gekommen. Ihr professioneller und zugleich unvoreingenommener Blick auf das Kulturquartier brachte gleich ein ganzes Bündel neuer Ideen und Perspektiven zutage.

Städtebauliche Aufwertung des Quartiers

Vorrang für alle beteiligten Teams hatte die Aufwertung der Kulturmeile durch einen konsequenten Rückbau der B 14 auf zwei, maximal vier Fahrspuren und eine Schaffung attraktiver Stadträume mit Aufenthaltsqualität. Für die Planer ist das Kulturquartier das eigentliche Herz und der Mittelpunkt der Stadt. Es sollte – und das nicht nur für die Opern- und Theaterbesucher – als Aushängeschild der Landeshauptstadt deutlich an Attraktivität gewinnen.

Große Skepsis gegenüber geplanter Opernsanierung

Die geplante Opernsanierung, die für die Büros eher einem massiven Umbau und Eingriff in die denkmalgeschützte Substanz des Littmann-Baus gleichkommt, wird von sämtlichen teilnehmenden Büros entschieden abgelehnt. Der Einbau einer Kreuzbühne, bei gleichzeitiger Verlegung einer Außenmauer um 6 Meter, käme dem Versuch gleich, aus einem Oldtimer aus dem letzten Jahrhundert einen Porsche Panamera machen zu wollen. Die Bau- und Kostenrisiken – Schätzungen übersteigen bereits die Marke von 800 Mio. Euro – seien völlig unkalkulierbar, die bis zu 10 Jahren währende Unterbringung der Oper in einem eigens errichteten Interimsbau teuer und nicht nachhaltig. Mit dem finanziellen Gesamtaufwand ließen sich vermutlich zwei neue Opernhäuser bauen.

Ein Erhalt des Littmannbaus bei maßvoller Sanierung, eine künftig vorrangige Nutzung als Heimat des Balletts und Bau einer neuen, dritten Spielstätte im Kulturquartier erscheint daher als weit überlegene und finanziell vertretbare Gesamtlösung.

Lebhaftes Interesse der Politik an Aufbruch-Vorschlägen

Große Teile der Kommunalpolitik haben sich anerkennend über die Kraftanstrengung geäußert, die AUFBRUCH STUTTGART mit dem internationalen Workshop gewagt und zum Erfolg geführt hat. Aus verschiedenen Fraktionen kamen Glückwünsche und die Bitte in den jeweiligen Fraktionssitzungen die Ergebnisse vorzutragen. Auch eine Präsentation vor einem Ausschuss des Gemeinderats ist auf Einladung des Oberbürgermeisters bereits verbindlich angesetzt.

Ausstellung der Workshop-Ergebnisse im Stadtpalais

Vom 26. November bis 2. Dezember 2018 zeigt AUFBRUCH STUTTGART die Ergebnisse des Ideenworkshops Kulturquartier in einer Ausstellung im Stadtpalais. Neben Skizzen, Plänen und Fotografien werden im Saal Maria auch kurze Filme gezeigt, die etwas von der Energie und der Atmosphäre dieses besonderen Treffens mit Büros aus Basel (Herzog & de Meuron), Rotterdam (KAW), Zürich (UTT), München (Allmann Sattler Wappner) und Frankfurt (Mäckler) vermitteln sollen.

IDEEN-WORKSHOP FÜR EIN LEBENDIGES KULTURQUARTIER

International renommierte Architekturbüros zu Gast bei Aufbruch Stuttgart

Es ist vielleicht das bedeutendste Ereignis seit Bestehen unserer Initiative: Am Wochenende vom 2. bis zum 4. November 2018 treffen sich auf Einladung von Aufbruch Stuttgart fünf international renommierte Architektenteams zu einem Ideen-Workshop im Stuttgarter „Haus der Architekten“. Ihre Aufgabe ist die Entwicklung von Ideen für eine zukunftsweisende Neugestaltung des Kulturquartiers rund um die Stadtautobahn B14.

Die Teilnehmer sind:
Allmann Sattler Wappner Architekten, München
Herzog & de Meuron Architekten, Basel
KAW Architects, Rotterdam,
Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt am Main
Urban-Think Tank, Zürich

Unabhängig und frei von jeglichen Restriktionen und Zwängen sollen Vorstellungen entwickelt werden, wie der öffentliche Raum nach der Zerstörung durch die Verkehrsschneisen der Bundesstraßen B14 und B27 wieder zurückgewonnen werden kann. Aus der in Stuttgart einmaligen Dichte kultureller Einrichtungen in diesem wichtigen Bereich der Innenstadt, soll endlich ein lebendiges Kulturquartier werden.

Die teilnehmenden Architekturbüros wurden bereits vor Wochen mit der Aufgabenstellung vertraut gemacht und mit den nötigen Planunterlagen versorgt. Jetzt werden sie ihre Ideen vor Ort konkretisieren und zu Papier bringen.

Die Ergebnisse des Workshops sollen als ein Angebot von Aufbruch Stuttgart in die aktuelle Diskussion über die Stadtentwicklung eingebracht werden.

Besonderer Dank gilt der Architektenkammer Baden-Württemberg für die großzügige Unterstützung bei der Durchführung des Workshops.

STADT OHNE AUTOS – DER PAPST DER AUTOKRITIKER, HERMAN KNOPFLACHER, ZU GAST BEI AUFBRUCH STUTTGART

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 20 Uhr Hospitalhof, Büchsenstraße 33

Man mag seine Kritik und Ansichten nicht in allen Punkten teilen, aber seine Argumente sind bestechend, schärfen den Blick auf eine im wahrsten Sinne verfahrene Situation: Auf Staus, Luftverschmutzung, Stress.

Der Wiener Verkehrswissenschaftler Professor Hermann Knoflacher gilt als schärfster Kritiker der automobilen Gesellschaft. In seiner Heimatstadt war er der Architekt einer Stadtentwicklung, die das Auto aus seiner alles beherrschenden Position verdrängt hat. Jetzt sieht er seine Thesen auf vielfache Weise bestätigt. Sein Kampf gegen das Virus Auto setzt auf radikales Umdenken: Um den Wandel einzuleiten, müsse das Autofahren verteuert, der Parkraum in den Städten verringert werden.

Im Gegenzug setzt er auf den Ausbau und auf deutliche Verbilligung des Nahverkehrs. Dagegen erteilt er der von der Industrie gepriesenen Zukunftsvision „autonomes Fahren“ eine Absage und fragt, wieviel Mobilität braucht der Mensch wirklich? In Wien besteht inzwischen 70% des Verkehrsaufkommens aus Fußgängern, Radfahrern und öffentlichem Nahverkehr – eine für Stuttgart unerreichbare Utopie?

Prof. Hermann Knoflacher, Vortrag und Diskussion
Prof. Arno Lederer, Moderation

1000 STÜHLE ...

... wurden es nur „knapp“ . Trotzdem herrschte bei der Aktion beste Stimmung. Einige Impressionen:

Stuttgarts Wohnzimmer?
Christian von Holst
Elvis alias Nils Strassburg
Martin Körner
Andreas Winter
Gabriele Reich-Guthjahr
Jochen Hammer
Tango-Tänzer

AKTION „1000 STÜHLE" – WENN DIE STADT ZUM WOHNZIMMER WIRD

Am Sonntag, 8. Juli , ab 10 Uhr lädt „Aufbruch Stuttgart“ die gesamte Bürgerschaft zu einer ganz besonderen Aktion ein, zu einer – falls man so will – etwas anderen Art von Demonstration.

Unter dem Titel „1000 Stühle“ erobern wir mit Ihnen zusammen ein Stück Stadt zurück und verwandeln die Stadtautobahn Konrad-Adenauer-Straße in „Our Urban Living Room“. Sie kommen ab 10 Uhr – am besten mit Familie, Freunden etc. – zur dann für den Straßenverkehr gesperrten B 14 in Höhe Staatsgalerie/Oper.

Was Sie mitbringen sollten, ist auf jeden einen Stuhl (das darf auch ein Campingstuhl o. ä. sein), mit dem Sie dann auf der Fahrbahn Platz nehmen. Sollte das Mitbringen eines Stuhles für Sie zu schwierig sein, dann gibt es vor Ort eine begrenzte Anzahl kostenfreier Leihstühle, die Sie gegen ein Pfandgeld von € 10.- ausgehändigt bekommen.

Was Sie in Ihrem urbanen Wohnzimmer – oder eher Konzertsaal – erwartet, ist Jazz mit der schon legendären FESSH-Band und „Elvis“ live (alias Nils Strassburg), dessen erster Song an diesem Morgen Programm ist:

„It‘s now or never!“

„Für den Wandel von der autogerechten zur menschengerechten Stadt, für ein lebendiges Kulturquartier“ dafür kämpft „Aufbruch Stuttgart“ mit Nachdruck weiter. Wir haben schon viel erreicht, am 21. Juli startet die Bürgerbeteiligung zur Formulierung eines Ideenwettbewerbs für das Areal vom Neckartor bis zum Österreichischen Platz. Niemand kann ernsthaft bezweifeln, dass dies in erster Linie durch die Impulse von „Aufbruch Stuttgart“ Wirklichkeit wurde. Doch erfahren Sie mehr darüber, wie es weitergehen soll, an diesem Vormittag im Juli.

OFFENER BRIEF ZU B 14 UND OPERNSANIERUNG

Das kulturelle Herz der Stadt lohnt eine gemeinsame Anstrengung

Unter dieser Überschrift haben Architektenkammer, Ingenieurkammer Baden-Württemberg sowie der BDA Baden-Württemberg am 22. Mai 2018 einen wegweisenden Brief veröffentlicht. Da die Berichterstattung in den Stuttgarter Lokalzeitungen dem Inhalt leider nicht gerecht wird, veröffentlichen wir ihn hier in gekürzter Form:

„Zu Recht stößt die Debatte über die Sanierung der Oper, die Entwicklung des Kulturquartiers und die Umgestaltung der B 14 auf größtes öffentliches Interesse. Das Gesicht der Stadt, der bauliche Ausdruck einiger ihrer wichtigsten öffentlichen Räume wird sich dauerhaft verändern. Wie, das liegt an uns. Von der Politik, den Planern, aber auch von der ganzen Stadtgesellschaft hängt es ab - jeder muss seine Rolle finden und dieser gerecht werden.

Der enge und partnerschaftliche Austausch zwischen Stadt und Land über die Randbedingungen aller anstehenden Planungen muss weiter verstetigt und intensiviert werden. Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und Sorgfalt sind gleichermaßen gefragt. Nur durch höchste Qualität der neuen Planungen und Gebäude lassen sich die Menschen erreichen und zur Identifikation mit den Lebensräumen in der Stadtmitte bewegen.

Im vergangenen Jahr hat sich in diesem Zusammenhang nicht nur die erfolgreiche Bürgerinitiative „Aufbruch Stuttgart“ gegründet, sondern tatsächlich Aufbruchstimmung in der Stadt verbreitet. Nicht zuletzt mit dem Rückenwind der IBA gab es bestens besuchte Diskussionsveranstaltungen und einen offenen Gedankenaustausch zwischen Verwaltung, Politik, fachkundigen Bürgern und Stadtgesellschaft. Zur Vorbereitung des von der Stadt geplanten Ideenwettbewerbs fand eine intensive Beteiligung der Fachverbände und des Vereins Aufbruch Stuttgart statt.

Dieser vielversprechende Ansatz droht aber jetzt in vielstimmigem aneinander Vorbeireden und zunehmend konfrontativen Aktionen verschiedener Protagonisten verloren zu gehen. Dabei wäre gerade jetzt die gemeinsame Anstrengung aller an einer positiven Stadtentwicklung Interessierten notwendig. Es geht um die besten und langfristig tragfähigsten Ideen und Konzepte. Einseitige Vorfestlegungen sind dabei ebenso kontraproduktiv wie getrennt nebeneinander herlaufende Untersuchungen und Wettbewerbe. Die von Aufbruch Stuttgart zu Recht aufgeworfenen Fragen müssen innerhalb des offiziellen Planungsprozesses gestellt und beantwortet werden.“

Der vollständige Offene Brief ist auf der Website der Architektenkammer nachzulesen.

GROSSES INTERESSE AN DEN IDEEN VON AUFBRUCH STUTTGART

Auftritte im Gemeinderat und bei einer Podiumsdiskussion bringen der Initiative neben Kritik viel Lob und Anerkennung ein

v.l.n.r.: W. Backes, M. Körner, A. Lederer, M. Hoffmann, A. Kotz, C. von Holst, A. Winter

Das war schon ein besonderer Tag in der jungen Geschichte von Aufbruch Stuttgart. Rund 600 Besucher kamen am Abend des 15. Mai 2018 zur Podiumsdiskussion von Aufbruch Stuttgart mit führenden Vertretern der Kommunalpolitik – die am stärksten besuchte Veranstaltung seit Gründung des Vereins.

Bereits am Morgen hatten Arno Lederer und Wieland Backes die Gelegenheit, Ihre Ideen für die Gestaltung des Kulturquartiers vor dem Ausschuss „Umwelt und Technik“ des Stuttgarter Gemeinderates vorzustellen. In der vom Oberbürgermeister Fritz Kuhn selbst geleiteten Sitzung erntete die Initiative viel Lob für ihr bürgerschaftliches Engagement.

Nachdem die geplante, über 120 Millionen teure Interimslösung für die Oper im Paketpostamt an der Ehmannstraße, auch wegen ihrer mangelnden Nachhaltigkeit schnell endgültig vom Tisch war, konzentrierte sich die Diskussion jetzt auf den Bau eines Konzerthauses mit der Vornutzung als Operninterim und die architektonische Gestaltung des gesamten Kulturquartiers.

Aufbruch Stuttgart will mit einem eigenen städtebaulichen Ideenwettbewerb den weiteren Diskurs um die Zukunft des Kulturquartiers anregen. Dabei ist der Schulstandort Königin-Katharina-Stift nicht auszuklammern. Nach Vorstellungen der Initiative soll das Gebäude auch beim Neubau einer Oper oder eines Konzerthauses auf dem Gelände an der Schillerstraße möglichst erhalten bleiben. Mit seiner Idee, nur wenige hundert Meter auf dem Gelände der Neckarrealschule den künftigen Schulstandort zu sehen und das gesamte Areal am Wagenburgtunnel durch eine „Katharinenterrasse“ aufzuwerten, baut Arno Lederer für einen möglichen Schulumzug eine goldene Brücke.

Erschienen die Standpunkte zur Zukunft Schule bis jetzt in der Politik zementiert, so kam jetzt leise, aber spürbar Bewegung ins Spiel. Auch ein alternativer Standort für eine Konzerthalle im Akademiegarten stieß jetzt nicht mehr auf grundsätzliche Ablehnung.

Noch deutlicher wurde diese Entwicklung in der abendlichen Diskussionsveranstaltung im Hospitalhof. Eingeladen waren die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen Alexander Kotz (CDU), Andreas Winter (Bündnis 90/Die Grünen), Martin Körner (SPD). Für die Initiative saßen im vollbesetzten Großen Saal des Hospitalhofs Wieland Backes, Arno Lederer und Christian von Holst in der Runde. Das Scheitern der ursprünglich geplanten Interimslösung für die Oper wurde in diesem offenen Austausch mit der Politik nicht nur als Problem, sondern auch als Chance bewertet. Es zeichnet sich ab, dass neue Impulse in Sachen Untertunnelung der B14 und einer städtebaulichen Aufwertung des Kulturquartiers in den weiteren Klärungen den Ton angeben werden.

Aufbruch Stuttgart bewertet diese Entwicklung als einen großen Erfolg für die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger. Man darf auf den vom Verein initiierten Wettbewerb sehr gespannt sein.

Ein attraktiver Wettbewerb braucht auch attraktive Preisgelder. Um möglichst viele hochqualifizierte Architekturbüros zur Mitwirkung zu bewegen, sind Spenden hochwillkommen. Ein neueingerichteter Spendenbutton vereinfacht den Schritt zur Tat. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, die Spenden sind steuerlich voll abzugsfähig.

1000 STÜHLE – MIT 1000 STÜHLEN DIE STADT ZURÜCKEROBERN

Sonntag, 8. Juli 2018 – Ab 10 Uhr

ZUKUNFT DER OPER – AUFBRUCH STUTTGART SCHREIBT IN EIGENER REGIE EINEN ARCHITEKTENWETTBEWERB AUS

Ein kommunalpolitischer Paukenschlag in Stuttgart

In einer kurzfristig anberaumten, außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der Verein Aufbruch Stuttgart e. V. am Montagabend die Ausschreibung eines architektonisch-städtebaulichen Ideenwettbewerbs in eigener Regie mit überwältigender Mehrheit beschlossen.

Bei nur einer Gegenstimme votierten die rund 340 anwesenden Mitglieder für einen Vorstoß, der als kommunalpolitischer Paukenschlag zu werten ist: Nach den Plänen des Vereins soll die Zukunft des Quartiers um Oper und Staatstheater vor einer endgültigen Beschlussfassung noch einmal neu aufgerollt und überdacht werden.

Risiken in Höhe mehrerer 100 Millionen Euro

Die bis jetzt favorisierte Lösung einer aufwändigen Grundsanierung der Littmann-Oper unter Verschiebung der Außenmauer um ca. 6 Meter und der zeitweisen Unterbringung des Spielbetriebs im dafür umzubauenden Paketpostamt in der Ehmannstraße, ist nach unseren Schätzungen finanziell nicht verantwortbar.

Nach anfänglich geschätzten 300 Mio. Euro Sanierungskosten für das Operngebäude gehen die Prognosen mittlerweile über die Marke von 400 Mio. Euro hinaus. Fachleute halten den massiven Eingriff in die historische Bausubstanz, vor dem Hintergrund vergleichbarer Beispiele, für extrem risikoreich. Kosten bis zu 850 Mio. Euro gelten als durchaus im Bereich des Möglichen.

Dazu kommen dann noch die Aufwendungen für das Interim im Paketpostamt. Hier fordert die Post allein schon 60 Mio. Euro für das Grundstück. Die Oper selbst geht von einem Aufwand von 50 Mio. für die baulichen Maßnahmen und die technische Einrichtung des Interims aus. Da das Interim nach erneutem Umzug der Oper in den sanierten Littmannbau wieder abgerissen werden soll, stellt sich darüber hinaus die Frage der Nachhaltigkeit.

Auf 940 Mio. bis 1,3 Mrd. Euro schätzt AUFBRUCH STUTTGART den möglichen Gesamtaufwand für den jetzigen Sanierungsplan – ein Aufwand ohne erkennbaren städtebaulichen Mehrwert für das Kulturquartier. Und in den Augen jener Kulturschaffenden, die sich nicht zur Hochkultur zählen, sicher eine unvertretbare Summe.

Das bessere Kulturquartier zum niedrigeren Preis

Der Verein favorisiert daher eine andere Idee:

Gemäßigte Sanierung des Littmannbaus und Einrichtung als künftiges zweites Konzerthaus und Heimat des Staatsballetts.

Verlegung des Königin-Katharina-Stifts in das Areal der dafür umzubauenden, ehemaligen Neckar-Realschule.

Gleichzeitig Aufwertung des Bereichs Urbanstraße und des Schulgeländes durch Bau der begrünten „Katharinenterrasse“ über dem Einfahrtsbereich des Wagenburgtunnels.

Neubau eines Opernhauses auf dem heutigen Areal der Schule an der Schillerstraße, möglicherweise unter Erhalt des historischen Gebäudes.

Bis jetzt ist im Bereich der Schillerstraße, einem exponierten Punkt gegenüber dem künftigen Ostausgang des Bahnhofs, der Bau einer neuen Schulsporthalle vorgesehen. Hier wäre dann künftig der Eingangsbereich zur „Kulturhauptstadt“ Stuttgart.

Ideenwettbewerb soll die Debatte neu befeuern

Mehr Stadt für weniger Geld, ein Kulturquartier mit Strahlkraft weit über Stuttgart hinaus, das erwartet die Initiative von dem beschlossenen selbstfinanzierten, offenen Ideenwettbewerb. Er soll verhindern, dass Stuttgart die sich bietende, einmalige Chance vergibt und sich stattdessen ein neues Millionengrab schafft.

Die Ausschreibung soll kurzfristig erfolgen. Spätestens im Herbst wird das Preisgericht tagen.

Da AUFBRUCH STUTTGART auch hochkarätige Büros für eine Teilnahme gewinnen will, hat der Verein, um attraktive Preisgelder ausloben zu können, zu einer großangelegten Spendenaktion aufgerufen.

Die offizielle Politik will in einer Sitzung des Verwaltungsrates der Württembergischen Staatstheater bereits am 18. Mai 2018 den bisher eingeschlagenen Weg weiter konkretisieren, obwohl der Öffentlichkeit bis jetzt keine Zahlen über die Finanzierung vorgelegt wurden. Deswegen drängt die Zeit.

In einem Brief an den Vorsitzenden Verwaltungsrates der Württembergischen Staatstheater, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, hat AUFBRUCH STUTTGART darum gebeten, Ihre Ideen vor den Mitgliedern des Verwaltungsrates vorstellen zu dürfen. Der Brief vom 10. April blieb bisher unbeantwortet.

AUFBRUCH STUTTGART, mit seinen jetzt rund 720 Vereinsmitgliedern, hofft weiter auf einen konstruktiven Austausch mit den gewählten Vertretern – für ein Stuttgart, von dem wir träumen.

(Pressemitteilung vom 24.04.2018)

Am 1. März, 20 Uhr feierte die Initiative „Aufbruch Stuttgart e. V.“ den ersten Jahrestag ihrer Gründung mit einem Festvortrag des Architekturhistorikers und Stuttgart-Kenners

Prof. Dipl.-Ing. Frank R. Werner zum Thema: STUTTGART REVISITED

Blick auf eine „unmögliche“ Stadt, die sich immer wieder neu erfindet

Stuttgart ist eine einzigartige Stadt. Warum? Weil es sie nach allen Regeln historischer Stadtbaukunst, nach den wirtschaftlichen und topografischen Voraussetzungen eigentlich nie hätte geben dürfen. Doch allen negativen Umständen zum Trotz, trotz Kriegszerstörung und den städtebaulichen Irrungen danach, gibt es Stuttgart immer noch. Doch jetzt steht die Stadt vielleicht vor den größten Herausforderungen seit dem Wiederaufbau. Musikalische Begleitung von Jazzmusikern Olivia Trummer.

Hospitalhof Büchsenstraße 33, Lechlersaal

Der Eintritt war frei, Spenden waren erwünscht.

AUFBRUCH STUTTGART ZU GAST IM LINDEN-MUSEUM STUTTGART

Am Donnerstag, den 25.01.2018 waren Mitglieder von Aufbruch Stuttgart e. V. zu einer Veranstaltung im Linden-Museum eingeladen.

Nach einer kurzen Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Hawai’i – Königliche Inseln im Pazifik“ gab uns die Direktorin des Linden-Museums, Frau Prof. Dr. Inés de Castro, im Vortragssaal des Linden-Museums einen Einblick in die Arbeit dieses in Fachkreisen weltweit bekannten Museums.

Vision Neubau: Das Linden-Museum der Zukunft
Ethnologische Museen befinden sich heute in Transformationsprozessen: Sie stehen vor der Herausforderung, die Vorstellung von Ausstellungsorten des kulturell Fremden – des Anderen in einer zunehmend von Diversität gekennzeichneten Gesellschaft zu überwinden und eine Neuverhandlung der gesellschaftlichen Relevanz anzustoßen. Sie verstehen sich als Orte der Vielstimmigkeit, an denen die Auseinandersetzung mit Identitätsbildungen, kulturellen Dynamiken und globalen Verflechtungen multiperspektivisch stattfindet. Die Kooperation auf Augenhöhe mit Partnern der Stadtgesellschaft sowie mit Vertretern der Herkunftsgesellschaften der Objekte spielt dabei genauso eine zentrale Rolle wie der Umgang mit dem schwierigen Erbe kolonialer Sammlungen.

Neue Konzepte erfordern in die Zukunft offene Räume, die ein Museum zu einem lebendigen Ort der Begegnung und des Austauschs machen: Prof. Dr. Inés de Castro stellte die Vision für ein neues Linden-Museum vor und erläutert die Chancen und Potenziale, die ein Neubau für die Stadt und ihre Menschen mit sich bringt.

ALEXANDER GÉRARD – ERFINDER DER ELBPHILHARMONIE

„Wie Bürgerengagement die Elbphilharmonie möglich machte“: Vortrag von Alexander Gérard und ein anschließendes Gespräch mit Felix P. Fischer und Arno Lederer am Montag, den 18.12.2017 um 19 Uhr im Hospitalhof.

Foto: Thies Rätzke

Bilder der Veranstaltung und das Redemanuskript finden Sie in der Rubrik Vorträge.

CHRISTIAN VON HOLST: STUTTGART EINST – STUTTGART JETZT

Einem vielfachen Wunsch entsprechend können wir die schon im Hospitalhof, in der Staatsgalerie und im Haus der Geschichte gezeigte Bilderschau nun zum Download anbieten.

EINE STADT IN BEWEGUNG

Mehr als 2000 Menschen bevölkerten am 17.09.2017 die für den Autoverkehr gesperrte B14 zwischen Wilhelmsplatz und Opernhaus – ein starkes Signal für den Wandel von der autogerechten zur menschengerechten Stadt und für ein lebendiges Kulturquartier. 120 000 Autos pro Tag sind kein unabwendbares Schicksal.

Wie überquert man am besten die B14 in Höhe Staatsgalerie/Staatstheater? Heute ist das oberirdisch noch ein Unterfangen mit Lebensgefahr. Am 17. September trieb AUFBRUCH STUTTGART die Ironie im wahrsten Sinne auf die Spitze. Hochseilartisten der legendären Traber-Familie überquerten in schwindelnder Höhe die Verkehrsschneise, die sich wie eine offene Wunde durch die Stadt zieht.

Fotos: Manuela Willinger

Der atemberaubende Auftritt der Artisten war der spektakuläre Abschluss eines sonntäglichen Ereignisses, das die Debatte um Stuttgarts städtebauliche Zukunft voranbringen wird. Unter Berufung auf das Demonstrationsrecht schaffte es die Initiative, eine mehr als dreistündige Sperrung der Hauptstätter- und der Konrad-Adenauer-Straße zu erlangen. Ausgestattet mit Demonstrationsschildern und 1000 Ballons zog sich der Zug unter Begleitung der Stuttgart Marching Band Richtung Oper und Staatsgalerie.

Foto: Romina Iken

Sämtliche Museen der Innenstadt bildeten mit ihren werbenden „Sandwich-Men“ die Spitze der Demonstration. Alle beteiligten Häuser gewährten an diesem Sonntag den Besuchern freien Eintritt. Ein deutlicher Verweis auf die dichte Präsenz hochkarätiger Kultureinrichtungen im engsten Umkreis der Kulturmeile. „RASEN STATT RASEN!“ lautete dann das Motto der ersten einer ganzen Reihe von Kunstaktionen. Sie verlieh mit ausgelegten Bahnen von Rollrasen der Konrad-Adenauer-Straße zumindest auf einem kleine Stück parkähnliche Züge. In seiner Rede beschwor der Vorsitzende von Aufbruch Stuttgart e. V., Wieland Backes, die Ziele der unabhängigen Bürgerbewegung. Die Verwandlung der vom Verkehr beherrschten Kulturmeile in ein lebendiges menschengerechtes Kulturquartier soll Stuttgarts Einstieg für eine Stadt von morgen werden.

Fotos: Romina Iken

Und dann ergriff – höchst ungewöhnlich für eine Demonstration – Oberbürgermeister Fritz Kuhn das Wort. Und was kaum einer erwartete, er legte sich fest: 2018 soll die Planung für eine Tunnellösung und/oder einen verkehrsärmeren „Stadtboulevard“ in Angriff genommen werden. In den Stadthaushalt werden die Mittel für die erforderlichen städtebaulichen Wettbewerbe eingestellt. Eine höchst erfreuliche Wendung und eine eindeutige Folge der Aktivität von AUFBRUCH STUTTGART.

Fotos: Manuela Willinger

Da passte es ins Bild, dass sich für wenige Stunden an diesem Morgen die Sonne am Himmel zeigte. Mit Beiträgen des Opernchors und Musikern des Staats- und des SWR-Symphonie-Orchesters strebte die Demonstration ihrem spektakulären Schlusspunkt entgegen: der Überquerung der B14 auf dem Hochseil. Die Glanzleistung der Artisten hat Erinnerungswert, ein nachhaltiges Symbol. Stuttgarts Wende zur Stadt der Zukunft – von der autogerechten zur menschengerechten Stadt hat begonnen.

Fotos: Manuela Willinger

Eine Video-Dokumentation der Stadt in Bewegung sehen Sie auf youtube. Weitere Bilder einer Stadt in Bewegung finden Sie in Manu's Bilderecke. und auf unserer Facebook-Seite.

DAN STUBBERGAARD: MY URBAN LIVING ROOM

Am Montag, den 04.09.2017 empfingen wir fünfhundert Gäste zum Vortrag von Dan Stubbergaard im Hospitalhof.

Ein großartiger Abend und überwältigender Erfolg! Dan zeigte seinen begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern, wie eine menschengerechte Stadtplanung aussehen kann. Vielen Dank für die wertvollen Einblicke in Eure Arbeit und vor allem Eure urban living rooms in Kopenhagen (und bald auch in Köln Deutz)!

ERSTE ERFOLGE FÜR AUFBRUCH STUTTGART

Initiative will den Wandel von der autogerechten zur menschengerechten Stadtregion zum Thema der IBA machen.

„Unser Engagement lohnt sich. Wir sehen erste Erfolge unserer Arbeit.“ Die erst im März gegründete überparteiliche Initiative AUFBRUCH STUTTGART hat sich, ausgehend von einer Umgestaltung der Kulturmeile, die Entwicklung Stuttgarts zu einer modernen, zukunftsfähigen Stadt auf die Fahnen geschrieben. Jetzt scheint das Ziel, frischen Wind in die Kommunalpolitik zu bringen, erstmals konkrete Folgen zu zeigen. „Der Vorstoß von Grünen und SPD für eine autofreie City, wäre ohne unsere Vorreiterrolle sicher nicht - oder zumindest nicht so schnell - Realität geworden,“ sagte unser Vorsitzende Wieland Backes am Rande einer Veranstaltung der Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart, zu der er zusammen mit Vorstandsmitglied Arno Lederer eingeladen waren, um Ihre Ideen vor Unternehmern und Managern darzulegen.

Während die Politik den schwierigen Wandel der Autometropole zu einer menschengerechten Stadt in Angriff nimmt, tut sich die ortsansässige Automobilindustrie selbst offenbar schwer damit. Anfragen von AUFBRUCH STUTTGART in Sachen Austausch und Unterstützung wurden rundum negativ beschieden, zum Teil mit Hinweis auf die doch stattlich geleisteten Gewerbesteuerzahlungen.

„Autofreie City“, das ist für viele in der Automobilindustrie und in der Geschäftswelt noch immer ein angstbesetztes Schreckgespenst. „Dabei hat sich“, so Arno Lederer, “zwischen Barcelona, Kopenhagen, New York und Paris längst die Überzeugung durchgesetzt: Zumindest in den großen Städten und Ballungsräumen liegt die Zukunft des Autos längst hinter uns“.

Hätte es da nicht einen besonderen Reiz, wenn gerade in der Autostadt Stuttgart gemeinsam mit der Autoindustrie neue Wege erprobt und gegangen würden? Den idealen Aufhänger dafür bietet die „Internationale Bauausstellung Stadtregion Stuttgart“. Eine Vorreiterrolle in Sachen Mobilität und eine lebendige Heimstatt für Kultur und urbanes Leben in einer Stadt, die den Menschen zum Maßstab macht, das wäre den Aufbruch wert. Es ist höchste Zeit für die Rückeroberung der Stadt durch ihre Bürger. (Pressemitteilung vom 21.06.2017)

VOLLES HAUS BEI "WAS NUN, HERR KUHN?"

Rund 850 Personen waren am 16. Mai im Hospitalhof dabei, als sich Oberbürgermeister Fritz Kuhn den Fragen der Moderatoren Ulrike Groos und Wieland Backes sowie von Mitgliedern der Initiative stellte.

Foto: Günther Ahner

Dabei sparte der Oberbürgermeister nicht mit Anerkennung: „Die Stadt brauche“, so Kuhn, „eine Bewegung aus der Bürgerschaft heraus“. Der Verein AUFBRUCH STUTTGART habe das visionäre Potenzial in der Stadt erkannt. Rückbau der Konrad-Adenauer Straße zum Stadtboulevard oder gar Untertunnelung, der Bau eines Konzerthauses und eines neuen Lindenmuseums, zentrale Forderungen der Initiative sollen jetzt zügig Wirklichkeit werden. Allerdings, Neues gebaut werden soll nicht an der Kulturmeile, sondern im Rosensteinquartier. Und der Baubeginn kann dort erst ausgerufen werden, wenn Stuttgart 21 fertig und das Gleisbett zwei Jahre später ausgeräumt ist, also frühestens Ende 2025.

Hier setzt die Kritik von AUFBRUCH STUTTGART ein . Die Initiative vermisst eine städtebauliche Konzeption, eine ernsthafte Ambition zur Neugestaltung des städtischen Raums, auch innerhalb des schon bestehenden Kulturquartiers. Experten aus den Reihen von AUFBRUCH STUTTGART fordern die Ausschreibung eines hochkarätigen, internationalen Wettbewerbs ohne Denkverbote.

In den Stuttgarter Nachrichten vom 20.05.2017 schreibt Lokalchef Jan Sellner in seinem Kommentar zur Stadtentwicklung, in dem er die breite Diskussion über Stuttgarts städtebauliche Zukunft sehr begrüßt: „Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Vereins Aufbruch Stuttgart, dem es, angeführt von Kulturschaffenden, gelungen ist, der lange lahmenden Stuttgart-Diskussion Leben einzuhauchen: Binnen kurzer Zeit hat sich Gruppierung zu einer außerparlamentarischen Plattform für Ideenaustausch entwickelt nach dem Motto: Wer Visionen hat, muss zum Aufbruch gehen…“

Inzwischen hat der Oberbürgermeister seine Überzeugungen in einem Positionspapier für den Gemeinderat festgehalten. Der Titel des Papiers lautet: „Eine Vision für Stuttgart“. Genau unter dieser Überschrift hatte AUFBRUCH STUTTGART vor 3 Monaten zu seiner ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Das Positionspapier ist leider nicht mehr im Internet zu finden. (20.05.2017)